Idea erlaubt keine abweichende Meinung zu Ehe für alle

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Kein Regenbogen bei Idea zur Ehe für alle.

Die evangelische Nachrichtenagentur Idea erlaubt keine abweichende Meinung zu Ehe für alle. Zumindest muss ich davon ausgehen, nachdem ich einen Artikel dort kommentiert habe. Aber der Reihe nach.

Idea erlaubt keine abweichende Meinung zu Ehe für alle

Am vergangenen Samstag fand ich bei der evangelischen Nachrichtenagentur idea einen Artikel zur Ehe für alle, in dem auch das Wort Polyamorie vorkam. Leider falsch verwendet:

Kritiker der „Ehe für alle“ hatten im Vorfeld gewarnt, dass bei einer Aufweichung des Ehebegriffs auch die Legalisierung von Polyamorie (Mehrehe) gefordert werden könnte. In Kolumbien war beispielsweise Mitte Juni erstmalig eine „Dreier-Ehe“ geschlossen worden. (So kopiert am 01.07.2017)

Ich erlaubte mir, in einem Kommentar darauf hinzuweisen, dass zum einen Polyamorie keine Form der Ehe ist, sondern dies die Polygamie sei, und das des weiteren die Beziehung in Kolumbien keine Ehe sei, sondern nur eine notarielle Registrierung einer Urkunde über diese Beziehung stattgefunden habe; siehe auch: Ist die erste Dreier Ehe in Kolumbien Polyamorie?

Heute sah ich, dass mein Kommentar zwar nicht veröffentlicht worden war, dass aber „Polyamorie“ zu „Polygamie“ korrgiert worden war. Von Dreier-Ehe ist allerdings immer noch die Rede; siehe folgender Screenshot vom 03.07.2017 (das Datum 01 Juli 2017 oben ist das Veröffentlichungsdatum).

Es ist ja nicht verwunderlich, dass die der evangelikalen Allianz nahestehende idea etwas gegen die Ehe für alle hat. Auch Reaktionen, dass wir uns jetzt auf dem Weg zur Polygamie befinden, waren nach dem Bundestagsbeschluss zur Legalisierung der Ehe für alle zu erwarten, siehe meinen Artikel Verbessert Ehe für alle die Chancen für Polyamorie?

Aber wenn man Fehler macht und sie korrgiert, ist es im Onlinejournalismus üblich, darauf hinzuweisen. Das und der Umstand, dass alle bis dato veröffentlichten neun Kommentare zustimmender Natur waren, legt die Vermutung nahe: Idea erlaubt keine abweichende Meinung zu Ehe für alle. Auch das ist journalistisch eher unprofessionell und zeugt nicht von einer demokratischen Gesinnung.

Erlaubt idea eine abweichende Meinung zu Ehe für alle?

Ich fand dies Verhalten verwunderlich und habe mir erlaubt, erneut einen Kommentar zu schicken. Hier der Text.

Guten Tag,

ich habe mich gefreut, zu sehen, dass Sie den von mir am Samstag angemerkten Fehler, von Polyamorie zu reden, wo Polygamie gemeint war, korrigiert haben. Aber warum machen Sie es nicht, wie das heuzutage im professionellen Onlinejournalismus üblich ist und weisen darauf hin, dass Sie einen Fehler gemacht haben, darauf hingewiesen wurden, und ihn korrigiert haben?

Und warum wurden meine von Ihren Ansichten abweichenden Hinweise auf Fakten über Polyamorie nicht veröffentlicht? Soweit ich mich an die Bibel erinnere, begrüßte Jesus Fragen und andere Meinungen und unterdrückte sie nicht.
https://polyamoriemagazin.de/de/was-ist-polyamorie/vorurteile-ueber-polyamorie/

Mit freundlichen Grüßen
Viktor Leberecht

Mal sehen, ob der veröffentlicht wird.

Korrektur 03.07.2017, 19:56 Uhr: Dank Hinweis eines Lesers habe ich gemerkt, dass der Link zum Artikel fehlte. Hier ist er jetzt.

www.idea.de www.idea.de

Artikelserie Polygamie und Religion

Sie finden in der Artikelserie Polygamie und Religion auf Polygamie ist gut für Sie alle Artikel zu Themen im Zusammenhang mit Polygamie und Religion. Die einzelnen Artikel sind unter diesem Text aufgelistet.

Weitere Artikelserien über Polygamie

Diese Artikelserie ist ein Teil der Artikelserien über Polygamie, wo Sie alle Artikel zu diesem Thema finden. Sie sind unterteilt in diverse Unterbereiche, wo es darum geht, wie Menschen Polygamie leben, sowie weitere Themen, beispielsweise:

Sie finden hier Artikel, die ich in aller Welt gefunden habe, zumeist in deutscher und noch öfter in englischer Sprache, dann habe ich meist eine Zusammenfassung geschrieben.

Seit Anfang 2017 weise ich ich hier nicht mehr so oft auf einzelne Artikel hin, sondern sammle Artikel zu einem Thema und veröffentliche dann eine Zusammenfassung mit Links zu den einzelnen Artikeln.

Weitere Informationen über Polygamie

Wenn Sie nicht nach einzelnen Artikeln, sondern eher nach allgemeinen Informationen zu Polygamie suchen, dann besuchen Sie am besten den Bereich Polygamie ist gut. Sie finden dort Informationen, was Polygamie ist, wie Polygamie funktioniert, sowie weitere Themen in diversen Unterbereichen, beispielsweise:

Weitere Informationen über Polyamorie

Wenn Sie nach Informationen über Polyamorie suchen, besuchen Sie am besten Polyamoriemagazin.de, das Lifestyle Magazin für Polyamorie und offene Beziehungen. Dort finden Sie allgemeine Informationen im Bereich Was ist Polyamorie?. Sie erfahren, was Polyamorie ist, wie Polyamorie funktioniert, wo Sie andere Polyamorie lebende Menschen treffen können, sowie weitere Themen in diversen Unterbereichen.

Sie finden dort außerdem aktuelle Berichte in diversen Artikelserien über Polyamorie, in denen es darum geht, wie Menschen Polyamorie leben, sowie weitere Themen.

Sie finden dort Artikel, die ich in aller Welt gefunden habe, zumeist in deutscher und noch öfter in englischer Sprache, dann habe ich meist eine Zusammenfassung geschrieben.

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Photo by denisbin

Über Viktor Leberecht 237 Artikel
Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren Beziehung mit einer verheirateten Frau.

Persönlicher Blog
Viktor-Leberecht.de
mit Meinungsartikeln und Viktors Thesen zu Polygamie und Monogamie.

Polyamorie Magazin
Polyamoriemagazin.de
Das erste Lifestyle Magazin für Polyamorie und offene Beziehungen

4 Kommentare

  1. Das ist jetzt wirklich mal ein spannender Einblick hinter die Kulissen. Dass Kommentare, die nicht derselben Meinung sind wie der Seitenbetreiber unterdrückt werden, sagt schon verdammt viel aus! 😀
    Ich persönlich hätte von einem kirchlichen Betreiber jetzt auch keinen Online-Journalismus erwartet (vielleicht eher Online-Dogmatismus), aber ich bin auch radikale Kirchenkritikerin. Trotzdem erstaunt es mich, wie gezielt Fakten dort unterdrückt werden.
    Ich blogge selbst seit vielen Jahren und bin mir immer bewusst, dass ich mit Gegenwind rechnen muss. Manchmal ist der Gegenwind verdammt rau, aber das macht es ja gerade erst so spannend. Wenn man sich mit Widerspruch auseinandersetzt, hat man immer die Möglichkeit, die eigene Meinung noch klarer zu vertreten oder auch zu überdenken. Beides ist möglich und beides führt zu geistigem Wachstum. Bei den Kirchen vermisse ich das.
    Ich selbst hab in den letzten zehn Jahren erst zwei Kommentare gelöscht. Einen, weil eine Sportschützin, die in meinem Blog kommentiert hatte, als psychisch gestörte potenzielle Amokläuferin beschimpft wurde und einen, nachdem ich darüber geschrieben hatte, dass Sexismus gegen Männer nicht die Art von Gleichberechtigung ist, die ich begrüße. Damals wurde ich in die radikal islamistische Ecke gestellt, weil ich angeblich „Burkazwang“ für durchtrainierte Männer fordere! 😀
    Hinterher habe ich mich sogar noch geärgert, dass ich meinen Lesern diese Perlen der Absurdität vorenthalten habe. Wer weiß, vielleicht wären kirchliche Seite interessanter zu lesen, wenn eine sachliche Diskussion nicht von vornherein abgewürgt würde. Daher: Danke für deinen Artikel, denn ohne den hätte ich nie erfahren, dass dort selbst sachliche Anmerkungen über klare Fakten nicht freigeschaltet werden. Aber dein Fachwissen nehmen sie dann doch, nur eben ohne Quellenangabe! 😉

    Liebe Grüße und weiter so,

    Sookie

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