Polygamie als Teil der Lösung zu „Weiblich, gebildet, partnerlos“

Polygamie könnte ein Teil der Lösung für die Probleme sein, die in dem Artikel „Weiblich, gebildet, partnerlos1 dargestellt werden. In einem Interview mit Hans-Peter Blossfeld, dem Leiter der weltweit größten sozialwissenschaftlichen Studie, dem sogenannten Nationalen Bildungspanel, die seit fünf Jahren rund 100.000 Teilnehmer untersucht, wird speziell auf die Situation der Frauen eingegangen.

 

Frauen verhalten sich bei Partnerwahl nach alten Mustern

Die Überschrift des Artikels „Weiblich, gebildet, partnerlos“ fasst die Situation sehr gut zusammen. Blossfeld gibt als Gründe an, dass Frauen zwar ihre soziale Position in den letzten Jahrzehnten radikal verändert haben, sich bei der Partnerwahl aber noch immer überwiegend nach althergebrachten Mustern verhalten: der Mann muss mindestens den gleichen, noch eher aber einen höheren sozialen Status haben.

Auch Männer halten meist an althergebrachten Mustern fest (Partnerin mit gleichem oder niederigerem Status), sind aber schon etwas weiter in der Anpassung an die Realitäten der heutigen Zeit und haben weniger Probleme, mit einer Frau mit höherem sozialem Niveau zusammen zu sein.

 

Lösungsvorschlag Hans-Peter Blossfeld: Muster der Partnerwahl ändern

Blossfeld regt an: (Beginn Zitat): „Sowohl Frauen als auch Männer müssten ihre normativen Vorstellungen von dem, was ein attraktiver Partner und eine erfolgreiche Beziehung ist, ändern. Bei Frauen gibt es bislang aber keinerlei Anzeichen dafür, dass das geschieht, zumindest hierzulande nicht. Männer dagegen scheinen eher bereit zu sein, ihr Muster zu ändern und sich nach oben zu orientieren.“  (Ende Zitat) 2

 

Lösungsvorschlag Viktor Leberecht: Polygamie als weitere Möglichkeit der Ehe zulassen

In einigen Kommentaren zu dem Artikel in der ZEIT wurde Polygamie, eher scherzhaft, als Lösung genannt. Ich habe in meinem Kommentar (Nr 178) „Polygamie vereinbar mit Demokratie“ (mal sehen, ob er stehen bleibt) darauf hingewiesen, dass sie tatsächlich ein Teil der Lösung sein könnte: „Diese Familienform hat bei uns ein eher negatives Image, aber sie könnte tatsächlich einen wertvollen Beitrag leisten: weniger Singles, weniger Alleinerziehende, mehr dauerhafte Familien, statt hohe Scheidungsraten.“

In dem Kommentar weise ich auch auf die Studie vom Mai 2012 der Ökonomieprofessoren David de la Croix und Fabio Mariani von der Université catholique de Louvain hin, laut der Polygamie mit Demokratie vereinbar ist und für Frauen ökonomisch sinnvoll sein kann. Über diese Studie habe ich berichtet in dem Artikel: „Polygamie vereinbar mit Demokratie – Studie von Professoren der Université catholique de Louvain„. Sie finden Sie auch hier auf der Seite „Polygamie und Polyamorie – Wissenschaftliche Artikel

Dem habe ich nur hinzuzufügen, dass die Studie sich vor allem auf polygyne Beziehungen konzentriert (= ein Mann mit mehreren Frauen) und deshalb nicht berücksichtigt, dass in der heutigen Poly-Bewegung immer öfter Frauen mehrere Männer haben; ebenso nicht bedacht ist die Möglichkeit gleichgeschlechtlicher oder bisexueller Poly-Beziehungen.

 

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    Last updated: Januar 23, 2017 at 22:02 pm

     

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    1. Quelle DIE ZEIT, 9.8.2012 Nr. 33
    2. Weiblich, gebildet, partnerlos
    Über Viktor Leberecht 237 Artikel
    Viktor Leberecht ist studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Er gehört keiner Religion oder weltanschaulichen Gruppe an. Viktor schreibt über Polyamorie und deren eheliche Form, die Polygamie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie und Polygamie zu werben. Viktor lebt seit 2003 in einer polyamoren Beziehung mit einer verheirateten Frau.

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